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Zeichnungsteile aus Sondermetallen
Prototypen & Kleinserien
bei E.WAGENER GmbH

Wenn Bauteile in extremen Umgebungen funktionieren müssen – hohe Temperaturen, aggressive Medien, Vakuum, Strahlung oder kombinierte mechanische und thermische Lasten – stoßen Standardstähle und herkömmliche NE-Werkstoffe schnell an ihre Grenzen. Hier kommen Sondermetalle und Hochleistungslegierungen ins Spiel: Titan, Nickelbasislegierungen (z. B. Inconel®, Hastelloy®), Kobaltlegierungen, Refraktärmetalle wie Tantal, Niob, Molybdän, Wolfram sowie Zirkonium und hochkorrosionsbeständige Edelstähle.

Die E.WAGENER GmbH unterstützt Sie von der Machbarkeitsprüfung über Prototypen bis zur Kleinserie – mit Fokus auf präzise Fertigung, saubere Dokumentation und wirtschaftliche Umsetzung. In diesem Leitfaden zeigen wir, welche Materialien wofür geeignet sind, wie typische Fertigungswege aussehen, welche Toleranzen realistisch sind und welche Kostentreiber Sie bereits in der Konstruktion entschärfen können.

Leitfragen für Ihr Projekt

  • Welche Temperaturbeständigkeit brauchen Ihre Bauteile dauerhaft und kurzzeitig?
  • Mit welchen Medien (Säuren, Laugen, Chloride, Wasserstoff, Halogene) kommen sie in Kontakt?
  • Welche Mechanik ist entscheidend: Festigkeit, Zähigkeit, Ermüdung, Kriechverhalten?
  • Welche Toleranzen, Rauheiten und Dichtheitsanforderungen sind wirklich notwendig?
  • Wie viele Prototypen und welche Losgrößen sind geplant? Wie kurzfristig?

 

 

Inhaltsverzeichnis

  • Begriffe & Grundlagen
  • Werkstoffübersicht Sondermetalle
  • Anwendungsfelder & typische Zeichnungsteile
  • Fertigungsverfahren für Prototypen & Kleinserien
  • Konstruktion & DFM: So werden Teile bezahlbar
  • Toleranzen, Rauheit & Qualitätssicherung
  • Beschaffung & Supply Chain bei Sondermetallen
  • Kosten & Wirtschaftlichkeit: Treiber und Hebel
  • Projektablauf bei E.WAGENER
  • Praxisbeispiele
  • Checkliste für Ihre Anfrage
  • FAQ
  • Fazit & Nächste Schritte

Begriffe & Grundlagen

Sondermetalle Sammelbegriff für Werkstoffe, die sich durch besondere Eigenschaften (z. B. hohe Korrosions- oder Temperaturbeständigkeit, Biokompatibilität, Vakuumtauglichkeit) und/oder schwierige Bearbeitbarkeit auszeichnen. Dazu zählen Titan, Nickel-, Kobalt- und Zirkoniumlegierungen sowie Refraktärmetalle (Tantal, Niob, Molybdän, Wolfram).

Refraktärmetalle Metalle mit sehr hohem Schmelzpunkt (meist > 2000 °C) und gutem Hochtemperatureinsatz. Typisch: W, Mo, Ta, Nb. Häufig spröde, anspruchsvoll in Bearbeitung und Verbindungstechnik.

Legierung Metallischer Werkstoff aus mindestens zwei Elementen, deren Zusammensetzung die Eigenschaften gezielt beeinflusst (z. B. Festigkeit, Korrosionsbeständigkeit, Kriechverhalten).

Toleranzen Zulässige Abweichungen von den Nennmaßen. In technischen Zeichnungen oft als Allgemeintoleranz (z. B. nach ISO 2768) und/oder als Passungen für einzelne Maße spezifiziert. Enge Toleranzen erhöhen in der Regel Fertigungsaufwand und Prüfkosten.

Oberflächenrauheit (Ra/Rz) Kennwerte zur Beschreibung der Mikrostruktur einer Oberfläche. Kleinere Werte bedeuten glattere Oberflächen. Entscheidend für Dichtheit, Reibung, Verschleiß und Beschichtbarkeit.

Werkstoffübersicht Sondermetalle

Die Wahl des geeigneten Materials hängt von Einsatztemperatur, Medium, Lastkollektiv, Regelwerken und Wirtschaftlichkeit ab. Die folgende Tabelle gibt Richtwerte (ohne Gewähr) zur Orientierung:

Werkstoffgruppe Beispiele Stärken Typische Grenzen Richtwerte (Auszug)
Titan Ti Grade 2 (rein), Ti‑6Al‑4V (Grade 5) Sehr gutes Festigkeits‑Gewichts‑Verhältnis , Korrosionsbeständigkeit , Biokompatibilität Preis, Zerspanung anspruchsvoller als Stahl, Wärmeleitfähigkeit gering Schmelzpunkt ~1668 °C; Dauergebrauch oft < 400 °C
Nickelbasis Inconel® 718/625, Hastelloy® C‑276 Hochtemperaturfest , exzellente Korrosion (Chloride, Säuren), Kriechbeständigkeit Materialkosten, starke Werkzeugbeanspruchung Dauergebrauch je nach Typ ~600–900 °C
Kobaltlegierungen z. B. Stellite® Verschleiß/Heißverschleiß , Korrosion, Kantenstabilität Zerspanung sehr zäh, teure Halbzeuge Hochtemperaturverschleiß, Ventilsitze
Tantal / Niob Reines Ta/Nb Extreme Säurebeständigkeit (HF/konz. HNO₃ → Tantal), Vakuum Sehr teuer, Verbindungstechnik speziell Schmelzpunkt Ta ~3017 °C / Nb ~2477 °C
Molybdän / Wolfram Mo, W Refraktär , gute Wärmeleitfähigkeit (Mo), Strahlungsabschirmung (W) Sprödigkeit, Schweißen/Umformen schwierig, Oxidation bei Luft > ~400 °C (Mo) Schmelzpunkt Mo ~2620 °C / W ~3420 °C
Zirkonium Zr 702/705 Hervorragende Korrosion in vielen Säuren/Alkalien, niedrige Neutronenabsorption Kosten, Reaktivität bei hohen Temp. Schmelzpunkt ~1855 °C

Fragen an Sie:

  • Gibt es Normen/Qualifikationen (z. B. pharma/med, vakuumtauglich, Lebensmittelkontakt), die den Werkstoff festlegen?
  • Welche Medien und pH‑Werte treten auf? Gibt es Chloride oder Fluoride?
  • Muss das Teil gelötet/geschweißt werden oder bleibt es monolithisch?

Anwendungsfelder & typische Zeichnungsteile

  • Chemie & Verfahrenstechnik: Düseneinsätze, Mischerdorne, Reaktorkomponenten, Dichtleisten, Flansche, Auskleidungen (Ta, Zr, Hastelloy®).
  • Vakuum- & Halbleitertechnik: Chamber‑Fixtures, Wafer‑Handling‑Arme, Vakuumflansche (Ti, Mo, Ta).
  • Energie & Turbomaschinen: Turbinenringe, Halter, Abgaskomponenten, Hitzeschilde (Inconel®, Co‑Legierungen).
  • Medizintechnik & Life‑Science: Halter, Klemmen, Kontaktteile (Ti Grade 5/2), korrosionsbeständige Reaktorteile (Zr).
  • Öl & Gas / Offshore: Ventileinsätze, Dichtflächen, Bauteile mit Spaltkorrosions‑Risiko (Duplex, Nickelbasis).
  • Forschung & Prototyping: Funktionsmuster, Prüfstände, sensornahe Bauteile.

Typische Zeichnungsteile: gefräste Platten/Träger, gedrehte Buchsen und Wellen, dünnwandige Blechformteile, Draht‑/Federelemente, EDM‑Konturen mit feinen Stegen, Löt‑/Schweißbaugruppen, Dicht‑ und Passflächen.

Fertigungsverfahren für Prototypen & Kleinserien

Sondermetalle erfordern passende Prozesse, Werkzeuge und Prozesskontrolle. Ein Überblick mit praxisnahen Richtwerten:

CNC‑Fräsen und ‑Drehen (3‑ bis 5‑Achs)

  • Eignung: Breites Spektrum an Geometrien; Maßhaltigkeit und Oberflächen gut steuerbar.
  • Toleranzen (Richtwerte): ±0,02–0,05 mm wirtschaftlich; ±0,01 mm mit Aufwand; Lagen/Positions‑Toleranzen je nach Bezugskonzept.
  • Rauheit: Ra 0,8–3,2 µm üblich; Feinstbearbeitung auf Ra ≤ 0,4 µm möglich.

Hinweise pro Werkstoff:

  • Titan: geringe Wärmeleitfähigkeit → scharfe Werkzeuge, stabile Aufspannung, geringere Zustellungen.
  • Nickel/Co‑Basis: zäh, werkzeugmordend → niedrige Schnittgeschwindigkeiten, Kühlung, Standzeitplanung.
  • Refraktärmetalle: neigen zu Gratbildung und Kantenabbrüchen; kontrollierte Schnittparameter essenziell.

Drahterodieren / Senkerodieren (EDM)

  • Eignung: Sehr präzise Konturen, feine Stege, kleinste Innenecken.
  • Toleranzen: ±0,005–0,01 mm erreichbar; geringe Wärmeeinflusszonen.
  • Oberfläche: Erodierstruktur (je nach Finish von matt bis feiner EDM‑Finish).
  • Vorteil: Materialhärte praktisch irrelevant → ideal für schwer zerspanbare Legierungen.

Blechbearbeitung, Laser‑/Wasserstrahlschneiden, Umformen

  • Eignung: Dünnwandige Schilde, Dichtleisten, Abdeckungen.
  • Toleranzen: Kontur ±0,1–0,2 mm; Lasermikroschneiden enger.
  • Hinweis: Wärmeempfindliche Legierungen ggf. besser Wasserstrahl; bei Refraktärmetallen Sprödbruch beachten.

Schweißen (WIG/TIG, Laser) & Vakuumlöten

  • Titan/Nickel/Zirkonium: Schutzgasführung oder Kammer wichtig; Sauberkeit und Wärmeeintrag steuern.
  • Tantal/Molybdän/Wolfram: Vakuumlöten oft erste Wahl; Lote und Diffusionszonen fachgerecht auslegen.
  • Qualität:, Röntgen/UT, Lecktest.

Schleifen, Läppen, Honen

  • Eignung: Feinoberflächen, Plan‑/Rundlauf, Passflächen.
  • Rauheit: bis Ra ≤ 0,1 µm erreichbar; sehr gute Formgenauigkeiten.

Additive Fertigung (AM)

  • Werkstoffe: Ti‑6Al‑4V verbreitet; ausgewählte Nickelbasislegierungen.
  • Vorteil: Funktionsintegration, Gewichtsreduktion, schnelle Iteration in der Entwicklung.
  • Hinweis: Nachbearbeitung (Stützkonturen entfernen, Wärmebehandlung, Finish‑Fräsen) einplanen.

 

 

Vergleichstabelle Verfahren (Richtwerte)

Process Economic Tolerance Fine Tolerance (with effort) Typical Roughness Remarks
CNC milling/turning ±0.02–0.05 mm ±0.01 mm Ra 0.8–3.2 µm Very flexible, strongly material dependent
Wire EDM ±0.01 mm ±0.005 mm EDM finish Hardness irrelevant, precise internal radii possible
Laser cutting ±0.1–0.2 mm ±0.05 mm Material dependent Consider heat-affected zone
Waterjet cutting ±0.1–0.2 mm ±0.1 mm Rough No heat-affected zone
Grinding/lapping ±0.01 mm ±0.005 mm Ra ≤ 0.1 µm Best choice for fit and sealing surfaces
Vacuum brazing Ideal for complex assemblies

Praxisfrage: Sind Fügeprozesse (Schweißen/Löten) vorgesehen? Dann achten Sie früh auf Fugen‑Spalt, Überlappung, Zugänglichkeit und Sauberkeit im Design.

Konstruktion & DFM: So werden Teile bezahlbar

Design for Manufacturability (DFM) entscheidet häufig über 30–50 % der späteren Stückkosten. Die wichtigsten Hebel:

 Toleranzen zielgerichtet vergeben

  • Eng nur dort, wo physikalisch notwendig (Passung, Dichtheit, Lauf).
  • Allgemeintoleranzen moderater wählen (z. B. ISO‑Klasse fein vs. mittel).
  • Positions- und Formtoleranzen mit klaren Bezügen definieren. 

Standardradien & -gewinde nutzen

  • Innenradien ≥ 0,5–1,0 mm erleichtern Fräsen und reduzieren EDM‑Bedarf.
  • Vermeiden Sie tote Innenecken ohne Radius, sofern Funktion es zulässt.
  • Gewinde: bevorzugt metrisch; tiefe Sacklöcher vermeiden oder anfasen

Wandstärken & Übergänge

  • Titan/Nickelbasis: ausreichend Wandstärke gegen Schwingung/Verzug.
  • Weiche Übergänge statt scharfer Kerben → Ermüdungsfestigkeit.
  • Refraktärmetalle: Sprödigkeit beachten; Abrundungen einplanen. 

Rohmaterial clever wählen

  • Halbzeugform (Stab, Blech, Schmiedeteil) auf Abmessung abstimmen, um Buy‑to‑Fly‑Ratio zu senken.
  • Bei Kleinserien: verfügbare Lagerabmessungen bevorzugen. 

Baugruppen denken

  • Funktionen ggf. trennen: teures Sondermetall nur dort einsetzen, wo nötig; Rest in Standardwerkstoff.
  • Löt‑/Schweiß‑Design so wählen, dass Fixierung und Wärmeführung prozesssicher sind.

Oberflächenanforderungen

  • Ra‑Vorgaben nur dort eng; sonst „nach Zerspanung“ ausreichend.
  • Dichtflächen ggf. läppen statt das komplette Teil auf Hochglanz zu bringen.

Toleranzen, Rauheit & Qualitätssicherung

Messkonzept und Dokumentation sind zentrale Bausteine – gerade bei regulatorischen Branchen.

  • Erstmusterprüfung (FAI) bei Nullserie/Kleinserie sinnvoll, um Maß‑ und Funktionssicherheit früh zu verifizieren.
  • CMM/3D‑Koordinatenmesstechnik, taktil oder optisch, für Lage‑ und Formtoleranzen.
  •  Oberflächenprüfung (Tastschnitt‑/optische Rauheitsmessung) nach vereinbarten Flächen.
  • Materialnachweise: Abnahmeprüfzeugnis EN 10204 3.1 (üblich), 3.2 auf Anfrage.
  • Zerstörungsfreie Prüfungen (NDT):, Ultraschall (UT), ggf. Röntgen (RT) bei Schweißnähten.
  • Dichtheitsprüfungen: Druck‑ ‑Lecktest; Grenzwerte vorab definieren (z. B. 1 × 10⁻⁶ mbar L/s).
  • Sauberkeit: Partikel‑/Film‑Sauberkeitsanforderungen je nach Branche (z. B. Vakuum,) spezifizieren.

Denkanstoß: Welche Merkmale sind kritisch (CTQ – Critical to Quality)? Markieren Sie diese in der Zeichnung; das spart Messzeit und fokussiert die Qualitätssicherung.

Beschaffung & Supply Chain bei Sondermetallen

Materialverfügbarkeit und Losgrößen prägen Termine und Kosten:

  • Halbzeuge: Stab, Blech, Platte, Rohr – in Sondermetallen oft mit Mindestabnahmen oder längeren Mill‑Lead‑Times.
  • Lagerware vs. Neuproduktion: Für Prototypen bevorzugt verfügbare Abmessungen nutzen; Prozess‑Design daran ausrichten.
  • Traceability: Chargenrückverfolgbarkeit und Werkstoffzertifikate durchgängig sicherstellen.
  • Eilbeschaffung: Möglich über spezialisierte Händler; Kosten/Nutzen abwägen.
  • Nachhaltigkeit: Einsatz von Rezyklat teilw. möglich; bei Refraktärmetallen eingeschränkt – bitte Anforderungen klären.

E.WAGENER unterstützt Sie bei Materialauswahl, Beschaffung und optimalem Rohteil‑Setup, um Durchlaufzeiten zu verkürzen und Ausschussrisiken zu minimieren.

Kosten & Wirtschaftlichkeit: Treiber und Hebel

Hauptkostentreiber

Materialpreis & Buy‑to‑Fly‑Ratio Sondermetalle sind teuer – entscheidend ist, wie viel Span als Verlust anfällt. Nahe Rohabmessungen sparen spürbar.

Bearbeitungsaufwand Zerspanbarkeit (Standzeit, Schnittdaten), Spezialwerkzeuge, EDM‑Zeit und Mehrfachaufspannungen.

Füge‑ & Wärmeprozesse Vakuumlöten/Schweißen erfordern qualifizierte Verfahren, Musterteile und Prozessfenster.

Qualitätssicherung Messzeit, Lehren/Prüfmittel, dokumentierte Prüfpläne, ggf. externe NDT oder Lecktests.

Losgröße & Rüstzeiten Bei Kleinserien ist der Anteil einmaliger Rüst‑/Programmierzeiten am Stückpreis hoch.

 

Ihr Optimierungs‑Werkzeugkasten

  • Toleranzen differenzieren: Eng nur an CTQ‑Merkmalen.
  • Geometrie vereinfachen: Kanten entlasten, Standardradien, Standardgewinde.
  • Verfahren passend wählen: EDM statt Zerspanung bei minimalen Innenecken; Läppen statt gesamter Hochglanz.
  • Baugruppen splitten: Teures Material nur dort, wo es funktional nötig ist.
  • Serienfähigkeit früh denken: Aufspannkonzept und Messstrategie bereits im Prototyp berücksichtigen.
  • Gemeinsam kalkulieren: Frühzeitiger DFM‑Dialog reduziert Iterationen und Nacharbeiten.

Frage: Wo liegt Ihr Kostenfokus – Material, Bearbeitung, Prüfaufwand oder Lieferzeit? Daraus leiten wir die beste Strategie ab.

Projektablauf bei E.WAGENER

  1. Anfrage & Beratung Verständnis von Anforderung, Medium, Temperatur, Mechanik, Regulatorik. Erste Werkstoff‑/Prozess‑Empfehlung, Risiko‑ und Terminsichtung.
  2. DFM‑Review & Angebot Machbarkeitsanalyse, Kostentreiber identifizieren, ggf. konstruktive Anpassungsvorschläge. Angebot mit Lieferumfang (Fertigung, Prüfung, Dokumentation).
  3. Prototypenfertigung Rohmaterialdispo, CNC/EDM/Fügen, Zwischenprüfungen, Oberfläche/Finish. Bei Bedarf Schnellmuster.
  4. Validierung Messbericht (CMM), Materialzertifikate, ggf. NDT/, FAI. Gemeinsames Review.
  5. Kleinserie / Nullserie Stabilisiertes Aufspann‑/Programm‑/Prüfkonzept, ggf. Kosten‑Feintuning für Losgrößen.
  6. Dokumentation & Lieferung Chargenrückverfolgung, Prüfprotokolle, Verpackung für saubere/empfindliche Teile, termingerecht.

 

Praxisbeispiele

  • Chemische Düse aus Tantal (Kleinserie 20 Stk.) Anforderung: Medien HF‑haltig, enge Drosselquerschnitte, Leckfreiheit. Lösung: Rohteil aus Ta‑Stab, EDM für Innenkonturen, Läppen der Dichtfläche,. Effekt: Standzeit > x‑fach gegenüber Standardlegierung; sicherer Betrieb bei korrosivem Medium.
  • Haltering aus Inconel® 718 (Prototyp + 50er‑Los) Anforderung: Dauerbetrieb > 700 °C, Rundlauf und Kriechbeständigkeit. Lösung: 5‑Achs‑Fräsen, Wärmebehandlung gemäß Werkstoffleitfaden, Schleifen kritischer Passflächen. Effekt: Maßhaltigkeit im Hochtemperaturversuch bestätigt; geplante Nullserie umgesetzt.
  • Vakuumflansch Ti Grade 2 (10 Stk.) Anforderung: UHV‑tauglich, Ra ≤ 0,4 µm auf Dichtleisten, Lösung: CNC‑Drehen, Läppen der Dichtnut, Ultraschallreinigung, He‑Leckprüfung. Effekt: Dichtheitsziel erreicht; Reinigbarkeit im Betrieb verbessert.

 

(Hinweis: Beispiele zu Demonstrationszwecken, ohne Nennung vertraulicher Kundendaten.)

Checkliste für Ihre Anfrage

  • Zeichnung (Format, Toleranzen, CTQ‑Merkmale, Oberflächen, Wärmebehandlung)
  • Werkstoff (konkret oder Anforderung ans Medium/Temperatur)
  • Losgröße & Termine (Muster, Nullserie, Kleinserie)
  • Prüfumfang (CMM, Rauheit, PMI, NDT, Lecktest)
  • Sauberkeitsanforderungen (Reinigung, Verpackung)
  • Besondere Vorgaben (z. B. 3.1, Rückverfolgbarkeit, Etikettierung)
  • Einsatzbedingungen (Medium, pH, Temperaturprofile, mechanische Lasten)

 

Tipp: Wenn Werkstoff noch offen: Beschreiben Sie Einsatzfall und Medien – wir schlagen geeignete Optionen vor.

Zeichnungsteile FAQ

Welche Sondermetalle sind kurzfristig verfügbar?

  • Erfahrungsgemäß Titan Grade 2/5, ausgewählte Nickellegierungen (z. B. 625/718) und Molybdän sind in gängigen Abmessungen oft lagerhaltig. Tantal/Zirkonium erfordern teils längere Beschaffungszeiten – wir prüfen tagesaktuell.

Wie eng dürfen Toleranzen sein?

  • Für CNC‑Teile sind ±0,01 mm möglich, wirtschaftlich oft ±0,02–0,05 mm. EDM erlaubt ±0,005 mm. Entscheidend ist die funktionale Begründung enger Toleranzen.

Welche Oberflächen sind realistisch?

  • Zerspant Ra 0,8–3,2 µm üblich; Schleifen/Läppen erreicht Ra ≤ 0,1 µm auf ausgewählten Flächen. Bitte kritische Flächen kennzeichnen.

Schweißen/Löten von Sondermetallen – geht das?

  • Ja, mit angepassten Prozessen (WIG/Laser, Vakuumlöten) und Prozesssicherheit (Schutzgas/Kammer, Wärmeführung, Nachreinigung).

Können Sie Materialnachweise bereitstellen?

  • Ja, z. B. EN 10204 3.1 standardmäßig; PMI‑Bescheinigung. Prüfberichte gemäß vereinbartem Plan.

Was treibt die Kosten am stärksten?

  • Material (inkl. Verschnitt), Bearbeitungszeit, Fügeprozesse, Prüfumfang und Losgröße. Der größte Hebel liegt oft in DFM und toleranzgerechter Auslegung.

Wie schnell sind Prototypen möglich?

  • Abhängig von Materialverfügbarkeit, Komplexität und Prüfumfang. Wir bewerten Ihren Fall und schlagen einen realistischen Terminplan vor.

Unterstützen Sie bei Werkstoffauswahl?

  • Gern. Nennen Sie Medium, Temperatur, Mechanik, evtl. Normen – wir empfehlen geeignete Alternativen mit Vor‑/Nachteilen.

Glossar (Kurz erklärt)

  • Sondermetalle: Werkstoffe mit besonderen physikalischen/chemischen Eigenschaften, abseits von Standardstählen.
  • Refraktärmetalle: Metalle mit sehr hohem Schmelzpunkt (Ta, Nb, Mo, W).
  • Legierung: Mischung mehrerer Elemente zur Eigenschaftsoptimierung.
  • Toleranz: Zulässiger Maßbereich um einen Nennwert (z. B. ±0,02 mm).
  • Rauheit (Ra/Rz): Maß für die Oberflächengüte; je kleiner, desto glatter.
  • PMI: Positive Material‑Identifikation, meist per RFA/XRF.
  • FAI: First Article Inspection – Erstmusterprüfung.
  • Buy‑to‑Fly‑Ratio: Verhältnis Rohmaterialmasse zu Bauteilmasse; je kleiner, desto wirtschaftlicher.

Schnellvergleich: Anforderungen → Werkstoff (Orientierung)

Anforderung Geeignete Kandidaten Hinweis
Säurebeständigkeit extrem (inkl. HF) Tantal , Zirkonium, Hastelloy® Tantal top gegen HF; Kosten prüfen
Dauerhaft > 600 °C Inconel®‑Familie, Kobaltlegierungen, Molybdän (in Schutzatmosphäre) Oxidation beachten
Leicht & korrosionsbeständig Titan Grade 5/2/7 Sehr gutes Festigkeits‑Gewichts‑Verhältnis
UHV‑Dichtheit & Reinheit Titan , Edelstahl hochrein , Tantal Sauberkeit/Verpackung spezifizieren
Verschleiß/Heißverschleiß Kobaltlegierungen , Nickelhartlegierungen Schleifen für Passflächen einplanen

Reflexion: Welche Zeile trifft Ihr Projekt am besten? Daraus lässt sich die kurze Werkstoff‑Shortlist ableiten.

Sondermetalle eröffnen technische Lösungen, wo Standardwerkstoffe ausfallen – ob in Chemie, Vakuumtechnik, Energie, Öl & Gas oder Forschung. Damit Ihre Zeichnungsteile zuverlässig funktionieren und wirtschaftlich bleiben, braucht es klare Anforderungen, durchdachtes Design und passende Fertigungsprozesse.

Die E.WAGENER GmbH begleitet Sie von der Werkstoffauswahl über Prototypen bis zur Kleinserie – mit transparenter Qualitätssicherung und praxisnaher DFM‑Beratung.

 

  • Projekt besprechen: Schicken Sie uns Zeichnung und Einsatzbedingungen – wir geben zeitnahes Feedback zu Machbarkeit, Terminen und Kosten.
  • DFM‑Review anfordern: Wir identifizieren Kostentreiber und schlagen Designoptimierungen vor.
  • Angebot erhalten: Auf Wunsch mit Prüf‑ und Dokumentationspaket (3.1/3.2, PMI, CMM‑Bericht, NDT/Lecktests).

Frage zum Start: Welche 3 Anforderungen sind bei Ihrem Bauteil nicht verhandelbar (z. B. Medium, Temperatur, kritische Toleranz)? Auf dieser Basis strukturieren wir das optimale Fertigungs‑ und Prüfkonzept.

Hinweis: Alle technischen Angaben sind Richtwerte und dienen der Orientierung. Verbindliche Spezifikationen werden im Projekt gemeinsam definiert (Zeichnung, Prüfumfang, Prozessfenster).